Ich bin kein Freund von Datenredundanz, aber ich wünsche mir, dass das Thema “Insulinallergie” unbedingt mehr Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit findet. Es gibt viel zu wenig Informationen über “Insulinallergie”, “Insulinport” bzw. CIPII. Leider. Deswegen möchte ich einen Bericht, den ich in meinem Blog bereits veröffentlicht hatte, auch an dieser Stelle kundtun:
Schmerzen, Brennen, Jucken, Schwellung an der Einstichstelle? Katheter zwei- bis dreimal täglich verstopft (bei CSII). Du benötigst ungewöhnlich viel Insulin? HbA1c trotzdem meist im zweistelligen Bereich? Dies können Anzeichen einer Insulinallergie sein. Insulinallergie, so etwas ist möglich? Ja, und zwar kann der Körper beispielsweise allergisch auf die Konservierungsstoffe im Insulin oder auf die Hefen/Pilze reagieren, auf denen es gezüchtet wird. So habe ich eine Typ-1-Diabetikerin ;) auf dem DDT in Nürnberg kennengelernt, die auf Insulin, leider jeglicher Art (tierisch, synthetisch, Human-, Analog-…), allergisch reagiert. Teilweise zeigten 300 I. E. täglich keine Wirkung auf hohe Blutzuckerwerte. Die Allergie bestand bereits seit ihrer Diagnose “Diabetes Typ 1″, doch keiner hat’s bemerkt/bemerken wollen. HbA1c-Werte ständig viel zu hoch und die Ärzte dachten nur an Schluderei. Enttäuscht hat sie ständig den Arzt gewechselt. Keiner konnte ihr helfen. Schmerzen, Jucken, Brennen, Schwellung an der Einstichstelle… all das sei ja normal. Wurde auch nicht weiter drauf eingegangen. Traurig! 20 Jahre lang Verzweiflung, unerklärlich hohe Werte. Lebensqualität gen null.

1-2 Prozent der Diabetiker leiden in Deutschland an einer Insulinallergie (Dunkelziffer?! Wer weiß?). Aufklärung im Netz, kaum zu finden. Was aber tun bei einer Insulinallergie? Sie hat nun einen Insulinport bekommen, nach dem sie den “richtigen” Arzt gefunden hatte, der ihr endlich geglaubt und ihre Sorgen ernst genommen hat. Eine Studie hat ihr die Implantation des Insulinports ermöglicht. Über einen Insulinport oder auch als Diaport (AccuChek) bekannt, passiert das Insulin nicht das Unterhautfettgewebe, wo die allergische Reaktion stattfindet, sondern gelangt über einen inneren Schlauch direkt in die Bauchhöhle des Körpers. Diese Therapie schimpft sich CIPII = kontinuierliche intraperitoneale Insulininfusion, welche nicht nur für Insulinallergiker (laut klinischer Erfahrungen) Vorteile zeigt. Sondern auch bei:
- subkutaner Insulinresistenz,
- verzögerter Insulinabsorption,
- Brittle-Diabetes,
- dermatologischen Problemen,
- “Starken” Allergien gegen Nickel oder Klebstoffe und
- Veränderung des Unterhautfettgewebes (Lipohypertrophie).
Hier habe ich eine bildliche Darstellung eines Insulinports finden können: http://www.diabetes-kids.de/artikel/informationen-zum-diaport-infusionsset-1855. “Leider” wurde der Diaport von AccuChek bereits Anfang letzen Jahres vom Markt genommen und in absehbarer Zeit wird es keinen Nachfolger geben. Es kam zu Problemen mit der Länge des inneren Schlauches. Je nach Körpergewicht/Körpermasse der Patienten musste dieser individuell gekürzt werden. “Spitze” Stellen des Schlauches haben inneren Organe “gepiekst/verletzt”. Neben AccuChek sind andere Hersteller teils noch in der Experimentier-/Studienphase, so meine Information. Viel mehr darf man noch nicht verraten.Ich wünsche mir jedenfalls mehr Aufklärung über dieses Thema!!!
In diesem Sinne noch mal ein riesiges Dankeschön an einen sehr lieben Menschen, der sich mir anvertraut hat und für alle Fragen offen war. Freu’ mich auf unser nächstes Telefonat :).
Außerdem danke ich den “Kommentatoren” in meinem Blog. Auch eure E-Mails, die mich zu diesem Thema erreicht haben, waren für mich sehr gewinnbringend. Vielen Unternehmen ist es wahrscheinlich gar nicht bekannt, welche vielfältigen Krankheitsbilder es gibt. Das leidige Thema, dass sich die Forschung und Herstellung für “die paar wenigen Erkrankten” nicht lohnt, kommt auch wieder voll zum Vorschein.