Die heilige Pumpe

Wenn man sich mit Diabetikern, die mit dem “Basal&Bolus” Prinzip, oft auch “ICT” genannt, ihren Alltag bestreiten, über eine Insulinpumpe unterhält, wird oft die Angst zum Ausdruck gebracht, dass sie nicht wissen, was sie machen sollen, wenn die Pumpe kaputt ist. Während ein Hersteller in der Vergangenheit das 2-Pumpen-System hatte, d.h. die Angst wurde dem Patienten dadurch genommen, dass zu Hause eine zweite Pumpe als Ersatz lag, haben einige Hersteller nur eine Insulinpumpe für den Patienten “übrig”. Sie geben trotzdem immer wieder zu Protokoll, dass man ja einen Pen als Ersatzgerät vor Ort haben soll und dass die Pumpe innerhalb weniger Stunden als Ersatz geliefert wird.

Das sagen die Hersteller. Daher sind die besagten Diabetiker manchmal skeptisch, ob dieses Versprechen wirklich eingehalten wird. Zum Glück ist meine Insulinpumpe noch nie vollkommen ausgefallen, doch es gab vor wenigen Tagen eine Situation, in der ich den Service durchaus testen konnte und die im Folgenden beschrieben werden soll.

In der Mitte sieht man den Audioknopf, der abfielDie Animas IR 2020 hat genauso wie ihr Vorgängermodell einen “Audiobolus”-Knopf aus einem Gummi-Überzug. Dieser wurde zwischen dem Batteriefach und dem Reservoir an der Seite angebracht. Zum Verständnis sei noch kurz die Audiobolus-Funktion erklärt. Wie bei anderen Modellen auch, kann man der Pumpe durch den Hosenstoff hindurch, beispielsweise beim Autofahren, eine Bolus-Insulin-Abgabe befehlen. Je nach Einstellung gibt das Gerät ein Vibrations – oder Audiosignal als Rückmeldung. Durch ein abschließendes Drücken als Bestätigung wird sicher gegangen, dass man selber den Befehl gab und nicht etwa der Schlüsselbund, der zufällig den Knopf auslöste.

Und dieser Gummi-Knopf ist bei meinem Modell abgefallen. Einfach so. Wahrscheinlich war der Kleber nicht fest genug. Da die vermittelnde Firma einen kleinen Laden in der nahen Großstadt Rostock hat, wollte ich bei der nächsten Gelegenheit dort vorbeigehen und einen Pumpenwechsel anzeigen. In der Zwischenzeit pumpte ich mein Insulin direkt über das Menü, was für mich persönlich keinen Malus darstellt. Leider kam ich zu spät in Rostock an, so dass der Laden schon geschlossen hatte. Ich rief also bei der kostenfreien Hotline an.

“Nein, das ist wirklich kein Problem. Die Kollegen in Rostock würden die Pumpe eh zu uns schicken, so dass wir Ihnen lieber die Pumpe direkt nach Greifswald schicken. Stimmt Ihre Adresse [...] noch?”

“Ja, die stimmt noch. Wann wäre denn das neue Modell da?”

“Morgen.”

“Und die alte Pumpe schicke ich Ihnen zurück?”

“Ja, die alte Pumpe schicken Sie kostenfrei mit dem Paket wieder Retour. Sie können sich aber durchaus ein paar Tage Zeit lassen. Es reicht, wenn sie nächste Woche hier ist.”

“Ok, danke.”

Das war es. Als ich am nächsten Tag beruflich bedingt wieder nach Hause fuhr, war die neue Pumpe schon da. Der Service ist wirklich sehr gut. Gleichwohl es keine Gefahr an Leib und Leben war, da nur eine Art der Bolusabgabe defekt war, reagierte die Vertriebsfirma im Auftrag der Herstellerfirma äußerst schnell und kompetent.

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