Unterzuckerung 2006
Zu Diplomarbeit-Zeiten bin ich für ein dreiviertel Jahr wieder zu meinen Eltern zurück gezogen. Mein Zimmer lag in der ersten Etage, somit weit entfernt von dem Schlafzimmer meiner Eltern im Erdgeschoss. Da das Haus sehr groß und sehr gut isoliert ist, vernimmt man kaum Geräusche.
Meine Eltern saßen noch im Wohnzimmer vor dem Fernseher, als ich mich Schlafen legte. Wie jeden Abend maß ich vorher noch meinen Blutzucker, der bei etwa 160 mg/dl lag. Mit diesem Wert, so wusste ich (nein, war ich mir relativ sicher), komme ich gut über die Nacht. Nun ja, dem war nicht ganz so. Ich schlief relativ schnell ein. Es muss so ungefähr 23:00 Uhr gewesen sein. Etwa zwei Stunden später vernahm meine Mutter, die glücklicherweise noch vorm Fernseher im Wohnzimmer schlummerte ein seltsames Geräusch. Es klang wie ein Schrei, wie ich im Nachhinein erfuhr. Das war ich ;/, klang wohl sehr unheimlich.
Sie eilte die Treppe hoch, um nachzusehen, was oben los war. Sie hat sich an mein Bett gesetzt, hat versucht mich aufzuwecken und mir Traubenzucker einzuflößen. Doch ich nahm nichts mehr wahr, war bereits bewusstlos. Für Traubenzucker war es bereits zu spät, daran hätte ich mich wohl verschluckt. Das hat sie zum Glück richtig erkannt. Mein Vater rief schnell den Rettungsdienst an. Das war die richtige Entscheidung. Er war mit der Situation verständlicherweise sehr überfordert. Vor lauter Panik holte er noch Cola light (die hätte mir wohl nicht viel weiter geholfen ;)) herbei. Alles was er auf die Schnelle schnappen konnte, brachte er zu mir. Auch aus eigener Erfahrung weiß ich, wie furchtbar eine solche Situation für Angehörige sein kann. Das Schlimmste ist die Wartezeit auf den Rettungsdienst, die unerträglich werden kann.
Der Rettungsdienst war letztendlich schnell vor Ort. Gott sei Dank! Ich erlitt bereits heftige Krämpfe. Hatte meine Hände zur Faust geballt, die ich nicht mehr lösen konnte. Ebenso meine Beine, die ich nicht mehr anwinkeln konnte. Nach dem mir dann über die Venen in der Hand Glucose verabreicht wurde, kam ich auch endlich langsam wieder zu mir. War natürlich sehr verwirrt und wunderte mich was los war. Ich war nass geschwitzt, mir war kalt und ich blickte nur auf die Westen des Rettungsdienst. Brachte noch ein „Danke“ über die Lippen…
Mein Blutzucker stabilisierte sich langsam, ich nahm noch etwas Brot zu mir. Der Rettunngsdienst verabschiedete sich freundlich. Ich schlief auch relativ schnell wieder ein., da die Unterzuckerung mich zusätzlich ermüdete…Am nächsten Tag wurde ich mit einem erhöhten Blutzuckerwert wieder wach. Aber damit war zu rechnen, weil ich aus Angst noch mal zu unterzuckern, mehr BEs gegessen hatte, als nötig gewesen wären.



