Es ist mal wieder soweit. Bei mir steht ein Basalratentest an. Da ich seit ein paar Wochen mit erhöhtem Blutzucker in der Früh aufwache, komme ich wohl nicht um einen Basalratentest in der Nacht herum. Allein der Gedanke an den folgenden Tag läßt mich direkt gähnen!
Als Basalrate bezeichnet man in der Insulinpumpentherapie den Insulingrundbedarf über 24 Stunden. Die benötigte Insulinmenge kann für jede Stunde individuell mit der Pumpe angepasst werden.
Das Ermitteln dieser Basalrate ist irgendwie eine Wissenschaft für sich. Und hat man einmal das Optimum erreicht, kann sich dieses durch zum Beispiel hormonelle Prozesse, Gewichtsveränderungen oder allgemeine Veränderungen im Tagesablauf auch ziemlich schnell wieder ändern.
Ich mache daher regelmäßig Basalratentests. Der Test kann je nach Bedarf zu verschiedenen Tageszeiten durchgeführt werden. Hierbei werden die Mahlzeiten für einige Stunden ausgelassen und stündlich der Blutzucker getestet und dokumentiert. Bei Werten unter 60mg/dl und über 260mg/dl sollte der Test abgebrochen werden.
Voraussetzungen:
- Ausgangs BZ sollte unter 180mg/dl liegen
- Am Tag vor dem Test kein Sport oder Alkohol
- Letzter Bolus sollte 5-6 Stunden zurück liegen (bei Analoginsulin 3-4 Stunden)
- Letzte Hypo liegt mindesten (!) 8 Stunden zurück
Ein Basalratentest in der Nacht ist zwar lästig, aber ich hingegen finde die Tests am Tag viel schlimmer, besonders den am Vormittag. Da ist bei mir absolutes körperliches Wohlbefinden Voraussetzung. Mein Kreislauf braucht am Morgen immer seine Zeit, bis er in Schwung kommt. Ein Joghurt oder ein Apfel hilft da immer Wunder, beim Basalratentest aber ja leider verboten.
Bleiben die Werte des Test konstant (+/- 30mg/dl) kann man davon ausgehen, dass die Basalrate stimmt. Bei einem nächtlichen Test sollten die Blutzuckerwerte nicht unter 80 mg/dl sinken, idealerweise ist der Blutzuckerwert vorm Schlafengehen ungefähr gleich dem Nüchternwert.
Muß die Basalrate korrigiert werden, so wird sie nicht nur für eine bestimmte Stunde geändert, sondern in einzelnen Blöcken. Dabei wird nicht in großen Schritten geändert, sondern prozentual in kleinen 10-20% Schritten.
Ich denke ich werde den nächtlichen Test in der nächsten Woche wohl mal in Angriff nehmen müssen und hoffe, dass er mir Aufschluß über meine erhöhten Nüchternwerte bringt.




